Gisliflue
Übersicht
Die Gisliflue ist ein Juragipfel auf 772 m.ü.M. und liegt an der Grenze der Gemeinden Thalheim und Auenstein. Sie ist ein sehr beliebtes Ziel für Wanderer, Mountainbiker, Jogger und Kletterer. Der Gipfel ist felsig und unbewaldet. Man hat einen wunderbaren Rundblick. Während man im Süden über das urbanisierte Mittelland blickt, befindet sich im Norden das ländliche Schenkenbergertal. Dieser Kontrast verstärkt sich noch in der Dämmerung, wenn die Lichter angehen.
Jurakette, Mittelland, Schenkenbergertal und Hallwilersee sind auch bei schlechtem Wetter in Sichtweite. Bei guter Sicht erhält man ein wunderbares Panorama über die Alpen und den Schwarzwald. Dank dem Gipfelzeiger auf der Gisliflue kann man sich sehr gut orientieren. Eine Liste aller theoretisch sichtbaren Gipfel finden Sie unter Gipfel der Schweiz.
In der Dämmerung ist die Aussicht am Besten. Im Winter, Herbst oder Frühling liegt die Gisliflue auch knapp über dem Nebelmeer. Dann sieht man nur die Jurakette und die Alpen aus der Nebelsuppe ragen!
Wer Lust hat, kann sich im Gipfelbuch verewigen.
Auf der Gisliflue befindet sich auch ein Triangulationspunkt, welcher Vermessungen dient.

Triangulationspunkt Gisliflue
Routen
Auf die Gisliflue führen die Routen 1 und 2. Rund um die Gisliflue muss das Mountainbike auf einigen Passagen geschoben oder getragen werden. Der Trail auf die Gisliflue verläuft meist getrennt zum Wanderweg, doch der Trail hinunter ist mit dem Wanderweg identisch. Nehmen Sie also Rücksicht und beachten Sie meine 10 Grundsätze.
Die Gisliflue ist der höchste Punkt der Route 2.

Aussicht in Richtung Alpen mit Hallwilersee
Verpflegung
Es hat eine Feuerstelle auf der Gisliflue. Mitbringen müssen Sie Ihren Lunch aber selbst!
Historisches
Früher wurde der Berg in den umliegenden Dörfern “Balder” genannt. Balder war in der germanischen Mythologie der Gott des Lichtes. Der Lenzburger Historiker Georges Gloor assoziiert damit den seit dem 19. Jahrhundert überlieferten Brauch, am Auffahrtstag den Sonnenaufgang auf dem Fluhgipfel zu verbringen. Dieser Brauch wird auch heute noch praktiziert. Im 18. Jahrhundert tauchte dann der Name Gysulafluh auf, der ziemlich sicher auf die heilige Gisela zurückzuführen ist.
Gloor unternahm in den 50er Jahren Sondiergrabungen am Abhang südlich des Gipfels vor und glaubte, dabei auf eine bronzezeitliche Siedlung gestossen zu sein. Weiter vermutete er, dass der markante Aussichtspunkt seit prähistorischen Zeiten ununterbrochen als Kultstätte gedient hatte.
Um die Gisliflue ranken sich viele Sagen. In einer wird von der Gislikirche erzählt. Diese Bergkirche, die auf der Gisliflue gelegen war, solle als Kirche für das ganze Schenkenbergertal gedient haben. Die Kirche sollte eigentlich in Thalheim gebaut werden. Doch die Bretter wurden in der Nacht an den Fuss der Gisliflue gewindet. So baute man dort die Kirche. Die Gemäuerreste dieser Kirche sollen bis in 19. Jahrhundert hinein sichtbar gewesen sein. Gloor vermutete jedoch, dass diese Gemäuerreste auch von einer bernischen Hochwacht herstammen könnten.
Eine weitere Sage handelt von der heiligen Gisela. Sie soll als Einsiedlerin auf der Gisliflue gelebt haben. Jeden Tag ging sie in die Kirche auf Veltheim. Veltheim soll zu dieser Zeit noch ein ummauertes Städtchen gewesen sein. Tatsächlich kamen bei Grabungen in Veltheim im Jahre 1950 Fundamentreste einer frühromansichen Kirche mit drei Schiffen zum Vorschein. Diese Kirche war doppelt so gross wie die heutige und muss für damalige Begriffe einen geradezu monumentalen Eindruck gemacht haben. Gisela sei so fromm gewesen, dass sich ihr die Kirchentore jedesmal von selbst öffneten. Einmal war sie jedoch so erschöpft, dass sie einen Rebast (zu dieser Zeit gab es auch am Veltheimer Berg noch Rebberge) abbrach und ihn als Stütze nutzte. Von da an öffneten sich ihr die Kirchentore nicht mehr. Die Sage der heiligen Gisela gibt es in zahlreichen Varianten. Manchmal tritt sie auch als Kirchenstifterin von Veltheim auf. Es ist jedoch bezeugt, dass im 13. Jahrhundert in Veltheim ein Gisela-Kult gebräuchlich und kirchlich anerkannt war.
(Quellen: Dorfchronik Veltheim)